Webomanie

Da Hund beim Fressn und beim Sauffa,
beim Schlaffa und Setzen vo am Hauffa,
trocken, noß, voller Dreck,
beim Knabbern vo am Stückerl Speck,
bei da Jagd auf Nachbars Katz.
Zu jedm Buid a bläda Satz.
Des intressiert kaum wen im echtn Lebn,
drum werd 's ins Internet neigebn.

Grod durch n Uterus nauskämpft
werd a scho ins Web neidrängt:
Vahuzelt, zammazwickte Aung.
Wem soi der ähnlich schaung?!
Danoch werd optisch jede Wocha,
in d' Kloakindseele krocha:
Do lacht a; mei, do is a fad;
do hod a Hunger; do is a staad...
A poar Joahr später postet Junior
mit seim Smartphone oiss alloa.

„I hob mei Zimmer fertig gstricha“,
„Mei Hamster is vablicha“,
„I schaug grod Tagesschau“,
„Gestern war i furchtbar blau“.
Aa wenns in Niederrimsting gwittert,
werd des sofort getwittert!

Seit kurzem bin i Medium:
Geister hupfa um mi rum.
I sig s' ganz deitlich, hör ihr Red:
„Endlich wer, der uns vasteht!“

Hob echte Freind, de ehrlich warn:
„Her ma bloß auf mit dem Schmarrn!“
Des tangiert mi aber ned:
Dann stei i 's hoid ins Internet!


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