Auf guad münchnerisch

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Obgrenzn

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Mia ham ja im Glockenbachviertel recht schene greane Fleck wia z.B. in de Isarauen oder hintn am Westermuihbach. Des schaugt so richtig naturbelassen aus - aufn ersten Blick jedenfois. Aber hergottsa! Warum muaß fast jeder Wiesenfleck mit dene Hoizglander eizäunt werdn? Des is a soichana Schmarrn!

I dads ja no eiseng, wenn de an praktischen Zweck hättn, hams aber ned. De sann so nieder - vielleicht 30 cm hoch -, daß a jeds Kind locker drübersteing und jeder kloane Hund unten durchschlupfa ko. Und größere Leit und Hund hupfa hoid drüber. Und es is ja ned a so, daß auf de eizäunten Fleck bsondane Bluma oder a akurat pflegter englischer Rasen wachst, de vorm Zammatrampen gschützt werdn miaßatn. Und ois Zierde daungs aa nix: nackate runde Hoizboiken - wo soi des sche sei?

I glaub, de runden Hoizbarrieren ham eher wos mit da Pingeligkeit und dem Ordnungswahn vo uns Deitschn z doa: Oiss muaß eigrenzt und obgrenzt werdn. Des derf ned sei, daß a Stückerl Wiesn einfach so vor sich hi wachst. Na! Do muaß glei a Zaun rum. Oder soi des a Art Gedächtnisstützn sei dafir, daß ma ned vom rechten Weg obweicha? Daß ma immner brav grodaus genga und koane unkontrollierten Schlenker macha? Daß Grenzen dafir do sann, um eighoitn zu werden! Merci Mausi! Oder soin de Hoizboiken ois Leitsystem fia Bsuffane diena? So a Art Bio-Navi? Damit s z.B. ned beim Schlangenlinien-Geh in Westermuihboch foin?

Mi dad ja scho interessieren, wos a Meter vo dem Hoizzeig zum Hibaun kost. Vielleicht steiht se ja raus, daß 10 Meter vo dem Zeig sovui kosten wia a Rutschn auf am Kinderspuiplatz. I hob zwar koane Kinder, aber des scheint ma dann doch a sinnvollere Investition.


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Und des soi gmiatlich sei?

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Ma konn mia ned nochsong, daß i mia a Urteil buid, ohne daß i woaß, vo wos i red. Oiss konn ma ned ausprobiern, aber des hob i ausprobiert: Bonsaimöbe auf Freischankflächn.

Oiso hob i ma des erstbeste Cafe mit Kindermöbe ausgsuacht fia mein Seibstvasuach: As Hihocka is gottseidank ohne Knirschen in de Knia ganga (ma is ja nimma de Jüngste), die i dann im Sitzen knapp unterm Kinn ghabt hob. Warum i d Haxn ned ausgstreckt hob? Wei i dann de Grenzmarkierung vo da Freischankfläch um Wadlläng überschritten und de Fuaßgänger ins Gehege kumma waar!

I hob ma dann an Kaffe und an Kuacha bsteit. Damit i an de auf dem Kindertisch hikumm, hob i d Schuiter mit da Greifhand obsenka und as Kreiz seitlich vabiang miassn. I hob ja bloß de Hand hernemma kenna, de auf das Seitn vom Tisch war, weil da andern Hand warn meine Knia im Weg. Noch m dritten Blaubeerkuachastückl und seine farbigen Spuren auf meim Gwand hob i an Kuachateller auf de Knia obgsteit. Mei liawa, spitze Knia derfst do ned hom! Noch a hoibn Stund Kauerstellung habn meine Knia mit am stechatn Schmerz rebelliert - und d Fiaß warn eigschlaffa. Vor meim geistigen Aug hod a Thrombose bliaht und desweng woit i den Seibstvasuach liawa obbrecha und zoihn. Mittlerweile war in dem Kindermöbeland aber Hochbetrieb und mir hods graust vor dem Schauspui, des i am Publikum beim Aufsteh gebn kannt. Oiso bin i sitzn bliebn, bis a paar Gäst ganga sann. De mitleidigen Blick vo de vabliebna Leit, ois i mi aus meim Kindersitz quält hob, hob i mit a paar gspaßige Sätz übaspuit.

Weiche Erkenntnis hod des Ganze brocht? I woaß endlich, wos des Wort "Beugehaft" bedeit.


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